"Denk Dir Dinge in Bewegung als fest
und stillstehende als in Bewegung,
dann verschwindet beides,
Bewegung und Stillstand."

S`eng-Tsan

Zertifizierung und Prüfung

Die Ausbildung dient als Basis-Ausbildung zum Qigong-Lehrer und umfasst ca. 200 Stunden. Jeder Teilnehmer erhält ein Teilnahmezertifikat. Darüber hinaus kann eine abschließende Prüfung absolviert werden, bestehend aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.

Der schriftliche Teil umfasst die Beantwortung wesentlicher Fragen zu den Themen Qigong, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Taoismus, Unterrichtsaufbau, Ablauf von Formen etc. in Form einer Hausarbeit. Diese Materialien können später als Grundlage für den eigenen Unterricht verwendet werden.

Die praktische Prüfung umfasst: Vorführung einer Qigong-Form und des Aufwärmprogramms, Beherrschung einer weiteren Form vom Ablauf, Grundkenntnisse in TCM, Test der Körperstruktur sowie Anleiten einer Meditation bzw. inneren Qigongpraxis.

Zusatzqualifikationen

Offizielle Anerkennung als Qigong-Kursleiter  

Wer eine offizielle Anerkennung als Qigong-Kursleiter durch einen Qigong-Verband wie das "Netzwerk für Taiji und Qigong" anstrebt (dafür bedarf es 250-300 Stunden auf 2-3 Jahre verteilt), kann dies durch das Belegen zusätzlicher Kurse vervollständigen. Für die theoretische Prüfung ist eine kurze Ausarbeitung zu einem speziellen Thema – wie z.B. „Der Aufbau des Meridiansystems“ – erforderlich. Die praktische Prüfung umfasst die Vorführung einer weiteren Qigongform und vertiefte Test der Körperstruktur. Wir empfehlen auch die Teilnahme an einem Seminar "Praxis der TCM - Ernährungslehre und angewandte Akupressur" mit Dr. med. Weihua Dohnke. Die Prüfung zum Qigong-Kursleiter folgt den Richtlinien des Taiji- und Qigong-Netzwerkes.

Bestimmte Berufsgruppen wie z.B. Ärzte, Lehrer, Psychologen etc. können durch das offizielle Zertifikat als Qigong-Kursleiter eine Anerkennung von vielen Krankenkassen erhalten. Diese impliziert, dass die Kursteilnehmer einen gewissen Prozentsatz der Seminargebühr von den Krankernkassen ersetzt bekommen.

Ausbildung zum Qigong-Lehrer 

Für das Zertifikat zum Qigong-Lehrer bedarf es 500 Unterrichtsstunden, ca. 5 Jahre Praxis sowie auch eigene Unterrichtserfahrung. Neben der Vertiefung aller grundlegenden Bereiche des Qigong  ist für die Ausbildung zum Qigonglehrer die längere Beschäftigung mit einem Spezialgebiet erforderlich. Das können z.B. die  Praktiken der Alchemie, stilles Qigong, bewegte Qigongformen oder auch Themen wie "das Stehen im Baum" sein. Näheres auf Anfrage bei Carsten.

Zum Konzept der Ausbildung

Bevor ich vor fünf Jahren die erste Qigong-Ausbildung  begonnen habe, dachte ich, dass es einfach unmöglich ist, in ein bis zwei Jahren jemanden Qigong so beizubringen, dass er oder sie danach eine Grundkompetenz besitzt und unterrichten kann.
Durch Gespräche mit anderen Qigong- und Tao-Lehrern, Freunden aus dem Taiji-Bereich, chinesischen Qigong-Meistern und Ärzten ist mir dann klar geworden, dass viele Qigong-Neulinge und auch erfahrene Praktizierende nicht klar verstehen, was Qigong im Kern ausmacht. Einige hatten sich sogar „in Sackgasen verlaufen“, wie Sie selbst sagten oder waren total verwirrt, welchen der vielen  Qigongstile Chinas sie eigentlich tiefer erlernen sollten bzw. wohin der Weg genau führt.

Dieses  Thema beinhaltet verschiedene wichtige Fragen. Unter anderem:


-    Was ist die Essenz von Qigong?
-    Was unterscheidet eigentlich einen Qigongstil von einer Qigongform?
-    Was sind die Schwerpunkte und Grenzen verschiedener Stile?
-    Für wen ist welches Qigong geeignet?
-    Wann ist es wichtig, die Qigongpraxis durch besondere Ernährung, chinesische Kräuter oder andere Therapien zu ergänzen?
-    Wie kann ich Schwächen bei mir oder meinen Schülern  erkennen und sie oder mich gezielt unterstützen?
-    Wie kann ich persönlich schnelle Fortschritte machen?
-    Welche Sichtweisen der Welt bzw. Philosophien stehen  hinter den verschiedenen Qigongtilen?
-    Welche Methoden im Qigong lassen sich mischen und welche nicht?
-    Was hat Qigong mit dem Taoismus gemeinsam und wo gibt es Unterschiede?

Die Gespräche haben mich dann motiviert, eine Basis-Ausbildung zu kreieren, die alle wichtigen Kernbereiche des Qigong  abdeckt und gleichzeitig die oben genannten Fragen beantwortet. Diese Grundausbildung ist bewusst – ähnlich dem Grundstudium an einer Uni - auf 1,5-2  Jahre angelegt. Danach bietet sich jedem Teilnehmer die Möglichkeit, aufbauend auf dem erworbenem Wissen und den erlernten Fähigkeiten, einen individuellen Weg zu beschreiten und sich in die Richtung zu entwickeln, die seiner Persönlichkeit und Konstitution entspricht.

Was sind die grundlegenden Kernbereiche des Qigong?

Qigong als die „Kunst, die Lebenskraft zu kultivieren“ beinhaltet neben Körper- und Atemübungen besonders  inneres Qigong, in dem ich mit meinem Geist - und das heißt besonders mit meiner Vorstellungskraft - das Qi leite  sowie stilles Qigong ohne Visualisierung. Alle diese Praktiken basieren auf  den Grundprinzipien der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bzw. wenden diese direkt an. Zudem ist Qigong direkt aus dem Taoismus hervorgegangen.
Aus all dem ergeben sich mehrere Kernbereiche, deren Verständnis für einen Qigonglehrer grundlegend sind. Die einzelnen Bereiche sind jeweils eigenständig. Da sie sich aber gegenseitig beeinflussen, ergeben Sie gemeinsam ein großes Ganzes.

Das Verständnis und besonders die  Interaktion der einzelnen Kernbereiche ist eines der Hauptanliegen dieser Qigong-Ausbildung. Dies hilft nicht nur Qigong in der Tiefe zu verstehen, Nebenwirkungen oder Gefahren durch falsches Üben zu vermeiden oder einen Qigongstil bessern einzuordnen. Man kann dadurch auch sehr gut Leute coachen, Schwachstellen entdecken oder ein spezielles bzw. individuelles Kursprogramm zusammenstellen. Zudem fällt es auch leichter, langfristig eine eigene Ausrichtung zu entwickeln.

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