Qigong und Kochen
Was haben Qigong und Kochen miteinander zu tun? Carsten Dohnke, Qigong Trainer aus Hamburg, überraschte uns mit diesem Vergleich. Im Frühjahr 2008 beginnt in Frankfurt eine einzigartige Ausbildung unter seiner Leitung.
Qigong bedeutet „Die Kunst, die eigene Lebenskraft zu nähren“.
Qigong zu praktizieren ähnelt dem Kochen. Für ein gutes Gericht brauche ich verschiedene Zutaten, die miteinander verarbeitet werden und gut aufeinander abgestimmt sein sollten. Dann schmeckt es nicht nur lecker, sondern kann auch noch je nach Anforderung variiert werden.
Beim Qigong unterscheiden wir drei wichtige „Zutaten“: Körperübungen, die Arbeit mit der Vorstellungskraft und stille Meditation. Durch deren Kombination entwickeln sich innere Stärke, der Fluss der Lebensenergie wird aktiviert, Zellen, Organe und Immunsystem werden positiv beeinflusst und alte Emotionen wie z.B. Wut oder Angst können verarbeitet werden. Zudem stellt Qigong einen Gemütszustand innerer Ruhe her. Wenn ich verstehe, wie diese Zutaten zusammenwirken, kann ich leicht ausmachen, was mir oder anderen fehlt. Das hilft mir, als Lehrer ein Seminar aufzubauen oder jemanden zu couchen.
Qigong basiert auf vier Prinzipien, die erklären, wie man am besten „kocht“:
1. loslassen und sich entspannen
2. die eigene Mitte finden
3. natürlich sein - was auch bedeutet überflüssiges wegzulassen sowie mit der Kraft der Natur zu kooperieren und
4. mit dem Leben verschmelzen - das letzte Prinzip ist am wichtigsten. Es führt zu tiefer Kraft und innerem Frieden.
Qigong ist ein Teil der traditionellen chinesischen Medizin. Versteht man die Prinzipien der TCM – was ein wichtiger Aspekt meiner Ausbildung ist - wird sofort deutlich, was die verschiedenen Formen bzw. Stile bewirken. Zudem lässt sich das Resultat der Praktiken durch chinesische Kräuter oder spezielle Ernährung wunderbar ergänzen.
Nicht die Methode, sondern der Mensch steht im Vordergrund. Menschen, die Qigong lernen wollen, verfolgen damit ganz unterschiedliche Ziele. Konkret: sie bestellen unterschiedliche Gerichte. Wenn ich die Wirkung der Zutaten kenne und gleichzeitig gut kochen kann, bin ich weniger einem bestimmten Rezept verhaftet. In China serviert ein guter Koch zudem nicht nur das, was bestellt wurde. Er sieht seinem Gast auch an, was ihm wirklich fehlt und zaubert als Angebot ein weiteres Gericht auf den Tisch. Hier beginnt die wahre Kunst des Qigong!
